

Bisher haben wir sehr viele Orte besucht, die wir entweder noch nie oder seit sehr langer Zeit nicht mehr gesehen hatten. Deshalb haben wir jede Gelegenheit genutzt, uns den neuen Eindrücken zu öffnen – ob Natur, Kultur oder Architektur. Wir haben so viele neue Bilder und Erlebnisse gesammelt, dass uns Tempel, Hochhäuser, Wasserfälle, Vulkane, Affen oder Faultiere inzwischen kaum noch aus der Reserve locken.
Die Reise geht nun in eine neue Phase über, ab jetzt besuchen wir fast nur noch schon bekannte Orte, können es also deutlich entspannter angehen – so auch in Singapur.
Singapur hatten wir zuletzt 2019 besucht. Damals wohnten wir mehrere Tage im berühmten Marina Bay Sands, erkundeten die Stadt ausgiebig zu Fuß und hatten das Gefühl, sehr viel gesehen zu haben. Genug jedenfalls, um es diesmal – bei gefühlten 40 °C – deutlich entspannter anzugehen.



Graffiti geht auch schön!
Wir fuhren mit der Seilbahn hinüber nach Sentosa Island und schlenderten eine Weile durch diesen auf uns sehr künstlich und touristisch wirkenden Freizeitpark.


Mit dem Neujahr beginnt das Jahr des Pferdes!

Baden war allerdings verboten – es gab eine Krokodilwarnung!

Danach ging es weiter in die Satay Street zum Lau Pa Sat Food Market. Dort haben wir sehr lecker und erstaunlich günstig gegessen und das quirlige Treiben mit Interesse beobachtet. Besonders aufgefallen ist uns das Reservieren der Tische: Während man in Deutschland ein Handtuch auf den Stuhl legt, sah man hier Regenschirme, Handys, Autoschlüssel oder sogar Haustürschlüssel auf dem Tisch liegen – eine ganz eigene Art, den Platz zu sichern, während man Essen holt.

Eine Mitreisende verlor dort ihre Geldbörse (inklusive Ausweis, Kreditkarten und Bargeld) – und bekam am nächsten Tag tatsächlich alles unversehrt zurück. In Deutschland wäre das wohl eine andere Geschichte geworden.
Anschließend spazierten wir Richtung Fullerton Hotel, weil wir wissen wollten, ob die kleine Gaststätte gegenüber – damals von einer netten Österreicherin geführt – noch existiert. Leider hat sie die Corona-Zeit nicht überstanden. An ihrer Stelle ist nun ein Restaurant namens „Brotzeit“ eröffnet worden.

Dort gibt es wirklich alles, was man aus Deutschland kennt: Schweinshaxe, Schnitzel, Currywurst, Matjes mit Bratkartoffeln, Kaiserschmarrn und natürlich Warsteiner, Krombacher oder Weihenstephaner vom Fass. Skurril – aber sehr sympathisch.

Gleich um die Ecke liegt das Fairmont Hotel, vor dem eigentlich immer ein Concierge steht und Taxis für die Gäste organisiert. Auch wenn wir keine Hotelgäste waren, dachten wir uns: Hier bekommen wir am schnellsten ein Taxi. Und so war es auch.
Dann passierte etwas sehr Besonderes:
Ein Taxi hielt vor dem Hotel, eine größere Gruppe stieg aus. Wir machten uns mit Gesten bemerkbar und „buchten“ das Fahrzeug. Als wir eingestiegen waren und dem Fahrer sagten, wir wollten zum Hafen, fing er plötzlich laut an zu lachen und schüttelte dabei ständig den Kopf. Er erklärte uns, dass Taxifahrer in Singapur eine Fahrt nicht ablehnen dürfen, solange das Dachschild nicht auf „gebucht“ steht – und dass dieses Schild bei Bezahlung automatisch wieder auf „frei“ springt. Er habe tatsächlich Panik gehabt, wir könnten zum Flughafen oder sonst wohin weit weg wollen – dann hätte er seinen nächsten Termin nicht geschafft: Er war nämlich als Tour-Guide für eine AIDA-Abendtour gebucht. Dass wir genau dorthin wollten, hat ihn so erleichtert und aufgewühlt zugleich, dass er die Fahrt am Ende komplett umsonst machen wollte. Wir konnten uns nur darauf einigen, dass er zumindest unser restliches Bargeld als großzügiges Trinkgeld annahm.
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